Der Obere Muldental-Rad- und Wanderweg

Der optimierte Muldeweg (Muldental-Rad- und Wanderweg) entlang der Zwickauer Mulde im Oberen Vogtland und Westerzgebirge zwischen Schöneck und Schönheide

 

Eine Liebeserklärung an das Obere Muldental

 

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Ihr Flachlandradler dieser Welt, hütet Euch im Oberen Vogtland und Westerzgebirge vor dem Muldental-Radwanderweg!

Wer den Oder-, den Elbe- und den Rhein-Radweg kennt, dem sei gesagt: Hier ist alles anders. Denn die Vogtländer und Erzgebirger (ja, sie nennen sich tatsächlich nicht Erzgebirg-l-er, obwohl beide Schreibweisen zulässig sind :-)) schicken uns in kein Tal. Sie weisen uns vielmehr den Weg über die Höhen, damit wir die Bergstädte bewundern, in die Bergwerke einfahren, die Berggasthäuser besuchen, in den Berghotels übernachten und mit den Bergmännern plaudern. Allein diese Begriffe sind bezeichnend, oder haben Sie schon einmal von Talstädten gehört, von Talwerken und Talgasthäusern?

Der Muldental-Radwanderweg (in Karten als MT-RWW abgekürzt) ist also hier in den Bergen eine Mogelpackung und müsste folgerichtig Mulden-Berg-Radwanderweg benannt werden.

Ich nehme mir deshalb die Freiheit, den Weg im Folgenden ganz einfach als Muldeweg (MW) zu bezeichnen und den bisher veröffentlichten Beschreibungen ein paar neue Gedanken hinzuzufügen.

Im Flachland zwischen Eilenburg und der Muldemündung bei Roßlau wären derartige Ergänzungen nicht nötig, auch im Sächsischen Burgen- und Heideland zwischen Grimma und Glauchau gehört dieser Weg zu den bestbeschriebenen Radwegen in Deutschland überhaupt. Solange man eben nicht bis in die höheren Regionen vorstößt.

 Oder umgekehrt von oben nach unten gesehen: Auf dem allerersten ca. 25 km langen Abschnitt von der Muldequelle bei Schöneck bis nach Schönheide im Erzgebirge kann man die Ausbauqualität des Weges glatt vergessen. Schade eigentlich, denn es geht um eine landschaftlich reizvolle Gegend in einer abwechslungsreichen Mittelgebirgslandschaft mit atemberaubenden Ausblicken, dichten Wäldern und zahlreichen touristischen Sehenswürdigkeiten.

Der Abschnitt von Schöneck im Vogtland über Muldenberg und Rautenkranz bis nach Schönheide oder Eibenstock wird im Grunde ignoriert, von der beschreibenden Literatur und Presse genauso wie von den Radfahrern. Die Gründe liegen auf der Hand: Der Weg ist nur wenig bekannt, er ist grottenschlecht ausgebaut, führt meist auf viel befahrenen Straßen entlang und ist zudem mangelhaft beschildert. Mitunter liest oder hört man von einem geplanten schrittweisen Ausbau des Weges, was nichts anderes heißt, als dass einfach kein Geld da ist.

Sei´s drum. Es ist nicht nur das Geld. Es fehlt beispielsweise auch an Quartiergebern, die sich ausschließlich auf die radfahrende Klientel eingestellen. Nur eine Nacht zu erschwinglichen Preisen vermieten, dazu noch regennasse und meist schlammbespritzte Bekleidung trocknen oder gar waschen zu müssen, evtl. Pannenhilfe zu bieten, das ist nicht jedermanns Sache. Förderung durch offizielle Stellen? Vielleicht eine gute Idee.

Der Verlauf des Weges ist letztlich nicht optimal auf die Bedürfnisse der Radfahrer zugeschnitten. Man braucht schon eine gehörige Portion Orientierungssinn und Kartenkenntnis, um eine erholsame und vergnügliche Tour finden und fahren zu können.

Dabei ist der Abschnitt einer der schönsten, weil natürlichsten und wildesten auf den Radwegen Mitteldeutschlands überhaupt.

Dieser herrliche Flecken Natur verdient es durchaus, etwas bekannter gemacht zu werden. Denn, so lautet der Slogan der Tourismusverbände des Erzgebirges und des Vogtlandes,

„Hier gibt es alles außer Bären“.

Lassen Sie uns also einen Weg finden, der sich im Wesentlichen bequem talabwärts fahren lässt. Schauen wir uns auch verschiedene Möglichkeiten an, Abstecher hinauf in die Berge machen zu können. Aber lassen wir die Abstecher nicht zum Hauptmerkmal des Weges werden.

Lassen Sie uns einen Weg finden, der so wenig wie möglich auf Hauptverkehrsstraßen verläuft, dafür soviel wie nur geht auf Rad- oder wenigstens gut befahrbaren Wanderwegen.

Sie sind - übrigens auch als Wanderer - herzlich eingeladen, „meinem“ Muldeweg zu folgen!

Die Übersichtskarten zu jedem Teilstück können auf dem online-Portal Outdooractive.com abgerufen und kostenfrei ausgedruckt werden. Die entsprechenden Links sind passend dazu den jeweiligen Teil-Überschriften hinterlegt.

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aM 11.09.2011

 

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                            zurück zur Hauptseite

 

Von Natur aus schön

Von Schöneck nach Schönheide

 

Teil 1: Nach Hammerbrücke

 

Die Gegend des Oberen Vogtlandes und Westerzgebirges ist vor allem durch ausgedehnte Waldflächen, Hochmoore und sommers wie winters kühle Hochtäler gekennzeichnet. Ehemals prosperierten hier die Textilindustrie, der Musikinstrumentenbau, die Holz- und holzverarbeitende Industrie sowie die Erzgewinnung und -verarbeitung, die noch heute an solchen Ortsnamen wie Hammerbrücke, Muldenhammer und Schönheiderhammer zu erkennen sind.

Mit der Industrialisierung der Region entstand im 19. Jahrhundert ein weit verzweigtes und dichtes Eisenbahnnetz, von dem heute noch einige wenige Teile erhalten geblieben und sogar für einen modernen touristenfreundlichen Betrieb ertüchtigt worden sind. So erreicht man den Ausgangspunkt unserer Tour, Schöneck, bequem mit der Vogtlandbahn, entweder aus Zwickau (mit Anschluss Leipzig, Dresden, Chemnitz oder Hof) oder von Adorf aus (Strecke von Plauen nach Cheb).

Schöneck, immerhin "Staatlich anerkannter Erholungsort", sollten wir ruhig erst einmal erkunden, bevor wir uns auf den Weg machen. Die Stadt bietet für Gelegenheitsradler, für Mountainbiker und auch Wanderer genügend eigene Angebote, die sich sehen lassen können. So sind insgesamt 6 Rundfahrwege mit einer Gesamtlänge von etwa 130 Kilometern ausgewiesen. Nahezu von gleicher Länge erweist sich das Netz an ausgeschilderten Wanderwegen. Und selbstverständlich werden hier in ausreichender Zahl Quartiere bereitgehalten, ist auch für Speis und Trank gesorgt.

Direkt am Bahnhof kann die Tour beginnen, denn Wegweiser führen zur Muldenquelle, besser gesagt in deren Quellgebiet. Zwei Stauteiche werden von hochmoorigen Quellbächen gespeist und rührige Einheimische haben dafür gesorgt, dass zwischen beiden Teichen ein winziges brunnenartiges Wasserbecken gemauert und als Muldenquelle gekennzeichnet wurde. Der Rote Mulde genannte Bach verliert sich von hier aus in einem zunächst undurchdringlichen Waldgebiet, das sich erst nach 2 Kilometern an der Talsperre Muldenberg wieder lichtet.

Die allgemein nicht so bekannte Quelle der Weißen Mulde befindet sich einige wenige Kilometer weiter im vogtländischen Kottenheide. Beide Bäche vereinen sich bei Muldenberg mit einem Saubach genannten Gewässer zur Zwickauer Mulde. Sowohl von Schöneck als auch von Kottenheide sind die Wege nach Muldenberg ausgeschildert. Da sich alle Beschreibungen zum MT-RWW aber ausschließlich auf den Start in Schöneck beziehen, beschränke ich mich hier ebenfalls auf die Schilderung des Weges entlang der Roten Mulde.

Beginnen wir also unsere Tour an der Schönecker Muldenquelle. Wir lassen uns hier nicht beirren und folgen keinesfalls dem sehr einladend wirkenden Pfad zwischen den beiden Quellteichen bachabwärts, denn dieser endet nach wenigen hundert Metern abrupt und wir werden mit

„Bergsteigen“bestraft.

Der ausgeschilderte MT-RWW ist hier ausnahmsweise einmal der richtige Weg. Nur bis zur Bahnbrücke allerdings, denn danach müssten wir auf die Hauptverkehrsstraße. An der Bahnbrücke verlassen wir deshalb die offizielle Route. Dort sollte man sich sowohl als Radfahrer als auch Wanderer an den seit 2011 neu ausgewiesenen Kammweg halten, der hinunter nach Muldenberg rechts entlang der Bahntrasse deren erträgliche Neigung aufnimmt und sanft bergab führt. Dieser Weg wird seit Frühjahr 2011 im unteren Bereich noch ausgebaut, er ist dort dann durchgängig mit einer wassergebundenen festen Splittschicht belegt. Wer also den Hinweisen mit dem blauen Balken auf weißem Grund folgt, wird mit einem herrlichen Ausblick auf den Muldenberger Stausee belohnt (km 5). Obwohl sich bis hierher sicher noch niemand ausgelaugt fühlt, empfiehlt sich dennoch eine kleine Rast oder ein kurzes Sonnenbad auf einer der zahlreichen Bänke.

 

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Das verschafft uns etwas Zeit, einiges über den Ort zu erfahren, der eigentlich nicht auf dem Berg liegt, wie wir deutlich sehen können. Hier hätte Mulden-Tal tatsächlich besser gepasst, finden Sie nicht? Ursprünglich hieß der Ort nur Mulde und war eine kleine Waldarbeiter- und Flößersiedlung. Das war Anfang des 17. Jahrhunderts und die Wälder waren hier damals nahezu undurchdringlich. Ein Jahrhundert später entstand oberhalb von Mulde eine zweite Siedlung, die, weil etwas höher gelegen, den Namen „Muldenberg“ erhielt. Erst seit 1934 heißt das vereinigte Dorf Muldenberg.

Die von 1920-1925 errichtete Talsperre wurde nach aufwändiger Sanierung im Jahr 2009 wieder eröffnet. Die seither auch öffentlich begehbare Staumauer verfügt über eine beachtliche Länge von 525 Metern. Der Stausee ist übrigens schon einmal komplett ausgelaufen: So wie eine Badewanne, wenn der Stöpsel gezogen wurde, nur leider nicht so kontrolliert. Passiert ist das am 13. Mai 1945. Der Krieg war eigentlich schon vorbei. Doch gegen Mittag erschütterte eine gewaltige Explosion die Sonntagsruhe im befriedeten Vogtland und riss ein gewaltiges Loch in die Muldenberger Staumauer.

 Deutsche Kriegsgefangene hatten unter Aufsicht ihrer amerikanischen Bewacher mehrere Tonnen Munition der Wehrmacht zu entsorgen. Dabei schütteten sie alles von der Staumauer aus in den See. Ein tödlicher Fehler, wie sich zeigte. Denn die Munition explodierte und zwei US-Soldaten und elf deutsche Kriegsgefangene kamen dabei ums Leben. Die Talsperre war innerhalb weniger Tage leer. Vier Jahre dauerte anschließend der Wiederaufbau.

Fotos von diesem Ereignis können am östlichen Ende der Staumauer betrachtet werden.

 

Es wird Zeit, aufzubrechen.

Wer sich jetzt schon einen kleinen Sonnenbrand geholt hat, wird gar nicht glauben, dass die durchschnittliche jährliche Sonnenscheindauer hieroben lediglich rund 1000 Stunden betragen soll, also nicht mal 3 Stunden am Tag.

Im Durchschnitt...

D. h. also, wir haben hier ganz normales Wetter wie im Flachland auch.

Wenn wir einen der sonnigeren und vor allem heißen Tage erwischt haben, würden wir uns nun gern etwas abkühlen.

Nichts leichter als das! Von der Staumauer aus, an der wir beidseitig bequem herunterfahren können, sehen wir schon einen kleinen Badeteich, an dem sommers reger Betrieb herrscht. Die Hauptstraße überquerend, folgen wir einem Splittweg rechts um das Gewässer herum. Und wer baden will, der kann. Es kostet nichts. Allenfalls ein wenig Überwindung, denn auch in der „Zweiten Staustufe“ wird aus einem kühlen Gebirgsbach kein Geysir.

 Direkt nach dem Teich passieren wir eine Straßenkreuzung. Mit bloßem Auge ist zu erkennen, wohin uns das MT-RWW-Schild führen will, natürlich bergauf. Wir würdigen es deshalb hier keines zweiten Blickes. Stattdessen schauen wir uns in aller Ruhe den Floßplatz an, Veranstaltungsort der alljährlich im Juni stattfindenden Flößertage.

Im Mittelalter wurde von hier Holz bis hinunter nach Leipzig geflößt. Kaum vorstellbar, oder? Aber die Verfrachtung des dringend benötigten Brennholzes auf Flüsse, Bäche und eigens angelegte Gräben war die einfachste und billigste Transportmöglichkeit. Das Holz wurde zu Meterstücken zerlegt an den Floßgewässern gestapelt und unter Nutzung der durch die Schneeschmelze anfallenden Wassermassen schließlich abtransportiert. Der eben erwähnte Badeteich war ursprünglich ein Floßteich, extra angelegt, um die Wasserkraft zu verstärken.

Auf einem Splittweg folgen wir dem erstaunlich gut erhaltenen Floßgraben bis zum Bahnhof Muldenberg (km 6).

Zwischen dem Bahnhof Muldenberg und Hammerbrücke existiert bislang noch keine vernünftige Alternativstrecke zur Landstraße, deshalb sollte diese, da nicht so stark befahrene und gut einsehbare Gerade auch genutzt werden.

Wer den MW zu Fuß unterwegs ist, kann hier freilich den mit grünem Balken auf weißem Grund ausgeschilderten Wanderpfad über Rissbrücke nach Hammerbrücke folgen, er beginnt ca. 50 m hinter dem Bahnübergang auf der rechten Seite der nach Grünbach führenden Straße (gegenüber dem Holzhandel) und folgt dem sogenannten Oberen Floßgraben. Die Ansicht der Rissfälle entschädigt für den kleinen Umweg auf einem knüppeldammähnlichen Steig. Der „Riss“ (eine Felskerbe mit Kaskaden) gilt als der größte, weil einzige Wasserfall des Vogtlandes und wurde 1579 als flößbare Verbindung der oberen Zwickauer Mulde mit der Göltzsch angelegt. Auf 250 Metern in der Länge werden 30 Meter Höhe überwunden.

 

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Bis hierher ging das ja ganz flott mit dem Holz: Hinein in den Graben und dann juchheh hinunter die Rissfälle! Wie lange wird so ein Meterstück bis nach Leipzig unterwegs gewesen sein? Tage, Wochen oder Monate? Weit gefehlt!

Auf dem Weg dorthin wurde es mehrfach ausgelagert und weitergeflößt. Viele Menschen verdienten am Transport mit. Und man brauchte sage und schreibe 3 Jahre dafür.

Das Gegenstück zum Muldenberger Floßplatz, sozusagen das Zwischenlager vor dem Weiterverkauf, findet sich bis heute in Leipzig an der Harkortstraße und wird ebenfalls Floßplatz genannt. In Leipzig bietet der Platz freilich keinerlei tatsächliche Verbindung zum Wasser. Der Name ist eher eine freundliche Erinnerung an den früher in unmittelbarer Nähe gelegenen riesigen Holzumschlagplatz am Pleißemühlgraben, der selbst vielfach inzwischen verrohrt ist und nur an wenigen Stellen ans Tageslicht der Leipziger Innenstadt kommt.

 

Doch zurück nach Hammerbrücke, wo Sie sowohl als Radfahrer als auch Wanderer in die Tannenbergsthaler Straße einbiegen sollten und zur Rechten gleich das Sparkassengebäude erkennen werden. Dort halten wir uns scharf links an den Mittelweg, dem wir durch das Landschaftsschutzgebiet „Muldewiesen“ bis nach Friedrichsgrün (km 10) folgen.

 

 

Abstecher, Raststätten bzw. Restaurants am Wegesrand oder in dessen Nähe: (Ergänzung folgt)

 

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Teil 2: Nach Rautenkranz

 

Der Weg, der beide Orte verbindet, ist weder gepflastert noch asphaltiert. Doch er gilt, da weitgehend mit Feinsplitt versehen und in der Ebene verlaufend, für Radfahrer als gut und bequem passierbar.

Hammerbrücke und Friedrichsgrün sind seit 2009 Bestandteil der Einheitsgemeinde Muldenhammer, der auch Tannenbergsthal und Morgenröthe-Rautenkranz angehören. Der Ursprung des Ortes Hammerbrücke soll bereits um 1600 eine kleine begleitende Ansiedlung einer Schneide- und Mahlmühle "Hammergut an der Brücke" gewesen sein. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entwickelten sich die unmittelbar benachbart an der Mulde gelegenen und vorwiegend aus Waldarbeiterstreusiedlungen entstandenen Ortschaften Hammerbrücke und Friedrichsgrün zu Gewerbe- und Industriestandorten, als immerhin zwei Glashütten und mehrere Schneide- und Mahlmühlen ihren Betrieb aufnahmen. Erst seit 1839 waren beide Orte selbständige Gemeinden, die schließlich 1936 zusammengelegt wurden.

. Der Weg führt uns trockenen Fußes (oder Rades) durch morastiges Wiesen- und Weideland, das als schutzwürdiges Flora-Fauna-Habitat von europäischer Bedeutung ausgewiesen ist. Da in den Muldewiesen einige sehr seltene Vogelarten brüten (Bekassine, Braunkehlchen, Wiesenpieper), wird hier nur vorsichtig Weidewirtschaft betrieben. So grast hier eine kleine, aber durchaus imposante Herde schwarzer (leichter) Galloway-Rinder eines Hammerbrücker Züchters.

Nehmen Sie sich die Zeit, auf einer der am Weg stehenden Bänke eine kurze Rast einzulegen und lassen Sie den Blick schweifen: Hier und da ist ein Hof zu sehen, eine Ansiedlung, dazwischen eine von verschiedenen Gräsern, aber auch Birken, Fichten und zuweilen Höhenkiefern geprägte unbegehbare Landschaft. Es ist ein wenig wie im Spreewald, es fehlen nur die dort charakteristischen Fließe. Die Gegend wurde 1927 "melioriert", d. h. die Mulde wurde in ein kanalartiges Bett gepresst, so dass ein wenig Weideland entstehen konnte. Für Interessierte ist ein Lehrpfad "Am alten Torfstich" eingerichtet worden. Der Wanderer (oder Radfahrer) wird hier in die Geheimnisse der Moorlandschaft und seiner Nutzung eingeführt. Schließlich werden nicht nur Wiesen und Weiden des Moores bewirtschaftet, in der Vergangenheit wurde hier auch Torf als Brennstoff gewonnen. Tatsächlich existierte der Torfabbau bereits im Deutsch-Französischen Krieg 1871-73 und in größerer Form seit 1916 wieder. Das Material wurde als Streutorf für das Deutsche Heer verwendet. Seine Blüte erreichte der Torfabbau erst in der DDR, als hier Badetorf für Bad Elster abgebaut wurde. Seit 1990 wird das Abbaufeld renaturiert. Ein Spaziergang auf dem ca. 2,5 km kurzen Lehrpfad ist durchaus empfehlenswert, nach ca. einer Stunde ist man wieder am Ausgangspunkt angelangt. Auch Radfahrer können den Weg ausprobieren, wenngleich er sich an vielen Stellen des verwurzelten Fichtenwaldes ziemlich holprig fahren lässt.

 

 

Doch genug des Abschweifens vom Muldeweg: Angekommen an der Friedrichsgrüner Straße folgen wir dieser zunächst nach rechts, dann am nächsten Straßenabzweig bereits wieder nach links, wir bleiben also im Tal.

Am Waldrand ist ein größeres Anwesen in Sicht. Kurz davor finden wir rechts in den Wald hinein, biegen scharf nach links auf den bergabwärts ankommenden Hauptweg ein und folgen auf den nächsten Kilometern diesem vom Forst frisch ausgebauten Fahrweg bis hinunter nach Jägersgrün.

 

Fortsetzung folgt...

 

Abstecher, Raststätten bzw. Restaurants am Wegesrand oder in dessen Nähe: (Ergänzung folgt)